Theoretische Fahrprüfung
Voraussetzungen
Rein rechtlich gesehen ist die einzige Antrittsvoraussetzung zur sogenannten „PC-Prüfung“ die Absolvierung des vorgeschriebenen Theorieunterrichts – Ausnahme: L17, hier kann die Prüfung erst ab dem 17. Geburtstag absolviert werden.
Ablauf
So objektiv eine Prüfung auch sein mag – wer die Regeln kennt, hat einen klaren Vorteil in der Hand. Was gibt es also bei der Prüfung zu beachten?
- Die Zeitvorgabe ist von Klasse zu Klasse unterschiedlich, beträgt aber mindestens 45 Minuten;
- zum Vergleich: Die meisten Kandidaten sind nach etwa 15-20 Minuten fertig, Bestwerte unter 10 Minuten sind ebenfalls keine Seltenheit. Die Zeit ist bei der Prüfung dein geringstes Problem, also etwas anders als wie zB in der Schule... ;)
- Die Fragen (ca 60 Stück) werden aus dem gesetzlich vorgegebenen Prüfungskatalog zufällig automatisch zusammengestellt;
- die grobe Zusammesetzung ist dabei festgelegt, so gibt es bspw immer ein paar Fragen zu Verkehrszeichen, Vorrangregeln und Kreuzungen.
- Prüfungsmodus: Multiple-Choice:
- Jede Frage bietet vier Optionen,
- zumindest kann eine und höchstens können alle vier richtig sein.
- Eine Frage ist richtig beantwortet, wenn
- alle richtigen und
- keine falschen Alternativen markiert wurden;
- keine Teilpunkte!
- Gewichtung der Fragen je nach Schwierigkeit – 1, 3 oder 5 Punkte;
- Klassenspezifische Fragen werden getrennt bewertet => „Spezifischer Teil“
- Fragen können ein bis zwei Zusatzfragen nach sich ziehen;
- Ist die Hauptfrage falsch, kommt keine Zusatzfrage, es gibt keine Punkte!
Damit die Prüfung als „Bestanden“ gilt sind
- insgesamt mindestens 80% der Gesamtpunkte,
- sowie folgender Punkteanteil im spezifischen Teil notwendig:
- mindestens 60% – Klassen B (mitunter1) auch A und B+E).
- mindestens 80% – alle anderen Klassen2).
Beachte also: 60% der Fragen sind noch lange nicht 60% der Punkte. Gerade im spezifischen Teil kann dich eine einzige falsche Hauptfrage regelmäßig empfindlich nah an die Grenze der Entscheidung bringen. Eine weiter falsche Frage entscheidet dann mitunter schon über Ja oder Nein...
Vorbereitung
Falls du jetzt vollkommen verunsichert sein solltest: Die PC-Prüfung hat noch jeder geschafft – zumindest bei uns. Der Computer lässt sich ja nicht spontan für jeden Kandidaten neue Fragen einfallen, sondern stellt die Prüfung aus einem Fragenkatalog zusammen, der für ganz Österreich vorgeben ist. Dadurch wird die Prüfung in hohem Maße vorhersehbar und mit einem Mindestmaß an Zeit und Eifer auch schaffbar.
Zahlreiche Hilfmittel stehen zur Auswahl:
- Der Kurs, der dir die Zusammenhänge näher bringen soll;
- Unsere Lern-PCs, die dir während der Öffnugszeiten kostenlos zur Verfügung stehen;
- Das Übungsbuch, in dem du den gesamten Stoff gut aufbereitet vorfindest;
- Der Lern-Stick, mit dem du an jedem PC üben kannst;
- Und schließlich steht das gesamte Team dir stets mit Rat und Tat zur Seite!
Gemäß dem Grundsatz „learning by doing“ (böse Zungen meinen „trial & error“) bietent wir üblicherweise eine Woche vor dem Termin fakultativ einen sogenannten „Vorbereitungskurs“ an, in welchem in unseren Prüfungsräumen eine PC-Prüfung simuliert wird – quasi eine Generalprobe. Du bekommst so einen Eindruck von der Prüfungssituation, wenngleich das Stress- und Nervositätslevel nicht so hoch wie bei richtigen Prüfung ausfallen wird.
Solltest du im Rahmen dieser Vorprüfung insgesamt mindestens 95% der Gesamtpunkte, so ist ein Wiederantritt gratis! Üben lohnt sich also! ;)
Praktische Fahrprüfung
Voraussetzungen
Damit zu zur praktischen Prüfung überhaupt zugelassen wirst, müssen einige Kriterien erfüllt sein:
- Abgeschlossene Ausbildung
- Theoriekurs
- Fahrstunden
- Freigabe durch die Fahrschule
- Gültiger Arzt
- Erste-Hilfe-Kurs (entfällt bei einer Ausdehnung)
- Bestande PC-Prüfung
- Mindestalter
Hast du alle Hürden überwunden, kannst du schließlich deine Skills unter Beweis stellen – die Stunde der Wahrheit ist gekommen! Die Prüfung selbst gliedert sich in vier Abschnitte:
Überprüfung am Fahrzeug
Wofür ist eigentlich dieser rote Knopf mit dem Dreieck da? Und wofür steht das „AC“ auf dem anderen Knopf?
Darf man mit Sommerreifen auch im Winter fahren? Und umgekehrt? Was ist ein Reifenprofil, und worauf muss ich diesbezüglich achten?
Wann muss ich das Abblendlicht einschalten? Darf ich stattdessen auch die Nebelscheinwerfer verwenden?
Wo kontrolliert man den Ölstand? Welches Öl fülle ich nach? Fülle ich überhaupt nach, oder macht das lieber die Werkstätte? Und wie war das noch mal mit der Bremsflüssigkeit? Was muss ich machen, wenn die Bremsleuchte während der Fahrt aufleuchtet? Was, wenn das Lenkrad vibriert?
Welchen Treibstoff muss ich tanken? Welche Dinge muss ich im Fahrzeug mitführen?
Solche und ähnliche Fragen werden dir im ersten Teil der Prüfung gestellt, aber keine Angst: Es artet nicht zu einer zweiten Theorieprüfung aus... ;)
Übungen im Langsamfahrbereich
Bevor sich der Prüfer mit dir „in die freie Wildbahn“ wagt, will er erst einmal eure grundlegende Fahrzeugbeherrschung auf unserem Übungsplatz ansehen. Grundlegend heißt im Klartext, dass einige Fahrmanöver selbstständig vorzuführen sind, zB:
- Slalom fahren
- Enge Tordurchfahrt
- Zielbremsung
- Notbremsung
- Versetzt Einparken
- Rückwärts einparken
- Umdrehen
- Schieben von Anhängern
- …
Natürlich abhängig von der jeweils geprüften Klasse: So ist bspw bei der Klasse A eine Ausweichhaken aus 50 km/h, bei der Klasse B einparken, und bei der Klasse C+E das Zurückschieben mit dem Anhänger vorgesehen.
Fahren im Verkehr
Der eigentliche Kern der Prüfung: Selbstständiges Fahren im öffentlichen Verkehr. Spur- und Tempogestaltung, Blicktechnik, Überholmanöver, Kreuzungen, Autobahn, Schutzwege, Radfahrer – als das wird hier bewertet. Die Mindestdauer (dieser Prüfungsfahrt) hängt von der angestrebten Klasse ab:
Der Ablauf ist üblicherweise wie folgt: Der Prüfer nimmt in der hinteren Sitzreihe Platz, erklärt dir den weiteren Ablauf und nennt eine vorläufige Strecke bzw einen Zielort. Du sollst dir alles einrichten und, wenn du bereit bist, losfahren.
Was wirst du also auf keinen Fall machen? Jip, einfach den Schlüssel umdrehen und losfahren: Suboptimal. Sitz einstellen, Spiegel einstellen, anschnallen, Anzeigen beachten, richtig (3S-Blick, Blinker) ausparken: So und nicht anders! ;)
Solange keine weiteren Anweisungen kommen fährst du einfach geradeaus – aber bitte nicht gegen die Einbahn oder unter Missachtung eines Fahrverbots (va im Rahmen der Klasse C+E uä): Das wäre doppelplusungut, um Orwell zu bemühen. Üblich sind auch Anweisungen wie „bei der nächsten Kreuzung links einbiegen“ – hier ist es wichtig, entsprechende Möglichkeiten frühzeitig zu erkennen, rechtzeitig zu schauen, blinken und einzuordnen & dann auch korrekt einzubiegen. Selbstständig, versteht sich, der Fahrlehrer sollte sich im Idealfall langweilen…^^
Ah ja, und um ein paar „urban legends“ aus der Welt zu schaffen: Prüfer sind nicht böse. Es ist nicht ihr alleiniger Lebensinhalt, euch das Leben schwer zu machen. Und sie stellen euch explizit auch keine „Fallen“, in die ihr in eurem Prüfungsstress unweigerlich tappen musstet. Natürlich variieren die Maßstäbe zwischen einzelnen Prüfern innerhalb einer engen Bandbreite, und auch ist kein Mensch immer 100% objektiv. Diese Einflüsse machen aber bestenfalls einen kleinen Teil der Bewertung aus – was zählt, ist letztlich eure Leistung.
Wer mit Blicktechnik nur die Windschutzscheibe in Verbindung bringt, bei „Stop“ eben nicht anhält, ungenügend Abstand hält, auf Schutzwegen überholt, Sperrlinien überfährt etc pp – allesamt Klassiker, btw – sollte in erster Linie an sich selbst Kritik über. Das ist aber leider die Ausnahme.
Besprechung von erlebten Situationen
Dein Joker. Sollten deinen Leistungen eher mittelmäßig gewesen sein, sprich das Ergebnis wackelig sein, kannst duhier Pluspunkte sammeln. Auf Dinge, die bei der Prüfung nicht so abgelaufen sind, wie sie eigentlich sollten, kannst du hier eingehen.
Nach der Prüfung
Du hast es geschafft – am Prüfungsprotokoll thront ein dickes Kreuzerl bei „Bestanden“! Wie geht’s nun weiter?
Vom Prüfer bekommst du nun den vorläufigen Führerschein ausgehändigt, welcher in Verbindung mit einem amtlichen Lichtbildausweis (zB Reisepass) dich auch sofort zum Lenken entsprechender Fahrzeuge berechtigt. Aber Achtung: Er gilt maximal 4 Wochen („vorläufiger FS“), er wird nicht verlängert.
Damit die OeSD deinen „richtigen“ Führerschein auch drucken und verschicken, musst du den Betrag laut Kostenblatt (welches du ebenfalls vom Prüfer bekommst) einzahlen. Bevor dieser Betrag nicht überwiesen wurde, geht dein Auftrag nicht in Druck!
1) Bei der Ausdehnung der Klasse B auf die Klasse A oder B+E sind lediglich 80% der Gesamtpunkte notwendig.
2) Ausnahme: Klasse F iVm anderen Klassen.